Keine Angst vor geposten Paarfotos

Natürlich soll es sein, ungestellt und „unposed“. Das sind die Schlagworte moderner Paarfotografie. Auch ich liebe die ungestellten Momente. Aber außer bei Reportagen, findet bei mir auch immer ein bisschen Posing statt.

Hört man dieses Wort, Posing, denkt man sofort an hundert Jahre alte Studiobilder mit steif stehenden Personen. Oder daran, dass man in unbequemer Haltung auf Kommando in die Kamera zu lächeln soll. Aber das ist mit Posing nicht gemeint. Darunter versteht man lediglich dem Paar zu sagen, was es machen kann, um möglichst gut auszusehen. Denn das schönste Licht und der romantischste Gesichtsausdruck kann mit einer unvorteilhaften Körperhaltung zu Nichte gemacht werden. Zuerst mal ist es als Fotografin meine Aufgabe zu schauen wo das Licht am schönsten ist und auch der Hintergrund passt, dort sortiere ich alle beteiligten Personen hin. In Einzelfällen reicht das. In Einzelfällen habe ich so wunderbare Menschen vor der Linse, die ohne viele Ansagen mit einander agieren und alles sieht auch noch prima aus. Aber meistens liegt es an mir Menschen gut aussehen zu lassen, denn die wenigsten wissen, was sie vor der Kamera tun sollen. Woher denn auch.

Ich finde es aber wichtig, dass die Grundsubstanz stimmt. Licht und Ort. Das die Klamotten sitzen und keine Körperteile merkwürdig aussehen. Der Trick ist dann, das Paar mit kleinen Aufgaben wieder aus der Pose herauszuholen und so ein natürliches Foto zu zaubern.

Probiert doch einfach mal folgendes:

Nehmt mal euren Schatz an die Hand. Wie macht ihr das? Legt ihr die Hände leicht und locker in einander oder seht ihr jetzt einen verspannten Knoten aus Händen und Fingern? Was sieht jetzt wohl auf Bildern schöner aus? Richtig, die lockere Variante. Aber von Natur aus machen es die wenigsten. Bei den meisten gibt es Fingerknoten und die löse ich natürlich auf um ein schöneres Bild zu bekommen. Und schon ist das Posing.

Geht mal ein Stück und achtet darauf wie ihr das macht. Meist latscht man vor sich hin, macht vielleicht noch einen krummen Rücken und weiß nicht wohin mit den Augen.  Das wäre kein schönes Foto. Also kommt wieder Posing ins Spiel und ich sage euch was ihr machen sollt. Dass es schöner aussieht, wenn die Füße direkt voreinander gesetzt werden und wenn ihr euch anschaut oder küsst. 

Auch was in dem folgenden Bild so schön natürlich aussieht, war in eine Aufgabe verpackt. Die beiden sollten sich abwechselnd ran ziehen und wieder weg schubsen. So hat sich dieser schöne Moment ergeben. Sieht völlig „unposed“ aus, ist aber eigentlich ein gestelltes Foto.

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Schön ist auch folgende Aufgabe: Stellt euch voreinander und nehmt euch in den Arm. Das Ergebnis sind meist zwei krumm stehende Personen, die Arme exakt spiegelgleich um den anderen, die Hände auf dem Rücken des Partners verknotet, eine große Lücke zwischen beiden und ein irritierter Blick in die Augen des Gegenübers. Und nun bloß nicht mehr bewegen, denken sich dann die meisten. Nach meinen Änderungen sieht das schon ganz anders aus. Die Hand der Frau liegt auf der Brust des Mannes oder in seinem Nacken. Dieser hat seine Hände auf dem Rücken seiner Frau verteilt und zieht sie an sich ran. Die Köpfe berühren sich sanft an der Stirn. Und schon hat man ein inniges Foto, welches ohne ein bisschen Posing ziemlich unmöglich ist.

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Richtig süß ist meist, was bei dieser Anweisung heraus kommt: Ich bitte den Mann sich hinter seine Frau zu stellen und sie zu umarmen. Das Ergebnis ist meist jemand der sich freut, sich hinter seiner Frau verstecken zu dürfen und ihr die Hände auf die Schultern legt. Ein romantisches Bild sieht natürlich anders aus. Ich rücke den Mann so zurecht, dass er auch zu sehen ist, sortiere die Hände und sage beiden wohin mit dem Blick. Und dann gibt es wieder eine kleine Aufgabe. Hier funktioniert es prima, wenn ich den Mann bitte seiner Liebsten ins Ohr zu flüstern, was er an ihr am tollsten findet. Das Ergebnis ist immer ein schönes Bild.

 

Posing ist also überhaupt nichts schlimmes. Es bedeutet nicht euch in eine steife und unnatürlich Haltung zu zwingen, in der ihr euch nicht mehr bewegen dürft. Im Gegenteil, es nimmt euch die Unsicherheit und sorgt dafür, dass ihr gut ausseht. Bewegungen sind immer erlaubt. Ihr dürft euch küssen, streicheln und Witze erzählen. Und schon ist das Ergebnis ein natürliche Foto.

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